Mal wieder ein schöner Artikel über Europas Comickapitale

Veröffentlicht auf von Bembelo

  

 

Comic-Metropole Brüssel

 

 

In Brüssel ist die Begeisterung für Comics groß

Tim und Struppi, Lucky Luke, die Schlümpfe – die bekannten Comic-Helden kommen alle aus Brüssel. Die Belgier sind regelrecht comicverrückt. Kein Wunder, dass man sich in Brüssel als Besucher selbst wie in einem Comic fühlt. Überall begegnet man Belgiens wahren Nationalhelden – sei es beim Friseur, beim Chocolatier, im Restaurant oder auch nur beim Spaziergang durch die Stadt.

Seit etwa 20 Jahren lässt die Stadt heruntergekommene Häuserfassaden mit Comic-Szenen bemalen. Aus Schmuddelecken werden so Kunstwerke. Mittlerweile gibt es mehr als 40 beeindruckende Gemälde, die der Stadt ein einmaliges Flair verleihen. Zwischen 6.000 und 12.000 Euro kostet diese ungewöhnliche Kunstform.

Die Comic-Begeisterung hat Belgien vor allem einem Mann zu verdanken: Georges Remi, den alle nur „Hergé“ nennen. Der Name „Hergé“ ist übrigens entstanden, weil seine umgedrehten Initialen „R. G.“ im Französischen „Hergé“ ausgesprochen werden. Der Erfinder von Tim und Struppi wäre am 22. Mai 2007 100 Jahre alt geworden.

 

Aus eher tristen Häuserwänden werden wahre Kunstwerke

Die Abenteuergeschichten der beliebtesten Comic-Figuren Tim und Struppi haben Hergé weltberühmt gemacht. Tim, der Held der Geschichte, ist ein belgischer Reporter und erlebt mit seinem Hund Struppi jede Menge wilde Abenteuer. Die beiden waren zum Beispiel schon auf dem Mond, lange bevor Armstrong daran auch nur in seinen kühnsten Träumen gedacht hätte.

 

 

 

 

Das Geheimnis von Hergé, dem Genie der Comic-Welt, liegt in der Einfachheit seines Stils. Klare Linien und gut verständliche Geschichten haben bis heute Generationen von Comic-Zeichnern beeinflusst. Seine Werke wurden in fast 60 Sprachen übersetzt. Noch heute wandert auf der ganzen Welt jede zehnte Sekunde ein Tim-und-Struppi-Band über die Ladentheke.

Warum die Belgier so comicbegeistert sind, hat in entscheidendem Maße mit ihrer Geschichte zu tun. In der Vergangenheit war Belgien häufig von anderen europäischen Ländern besetzt. Die Belgier mussten sich unterordnen, das Sagen hatte die jeweilige Besatzungsmacht. Zeichnen war die einzige Möglichkeit, sich relativ ungefährdet auszudrücken. Hinzu kommt, dass Belgien bis heute drei offizielle Amtssprachen hat: Französisch, Niederländisch und Deutsch. Comics sind daher auch eine Art „gemeinsame Sprache“ der Belgier.

 

Natürlich gibt es vor Ort auch ein Comic-Museum

Comics sind in der belgischen Kultur fest verwurzelt. Fast jeder Belgier, der morgens Zeitung liest, schaut sich als Erstes den Comic an. Eine neue Zeitung, die es vor einiger Zeit wagte, ohne Comic zu erscheinen, machte schlechte Erfahrungen – und wurde bald wieder eingestellt.

In jedem Schulbuch gibt es Comics – sogar im Mathematikbuch versüßen sie den Kindern das Lernen. Das Zielpublikum und der inhaltliche Schwerpunkt haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher waren es hauptsächlich Abenteuergeschichten für Kinder, mittlerweile werden die meisten Comics von Erwachsenen gelesen. Oft handeln sie vom alltäglichem Geschehen, gefragt sind aber auch Themenschwerpunkte wie Wirtschaft, Umwelt und Biografien.

Buchtipp:   Thibaut Vandorselaer
                   
Comics in the city
                    Versant Sud, 2007
                   
ISBN 9782930358321

Reiseführer in Französisch, Niederländisch und Englisch mit Karten und Erklärungen zu den Häuserfassaden mit Comicbemalungen. Das Buch ist noch beim Verlag erhältlich. Informationen dazu bei der

WDR-Ratgeber   Beitrag vom 04. August 2011

 

 Passend dazu habe ich auf

 

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/25959003

 

 

folgende Häuserzeichnung aus dem Quartier des Marolles im Internet gefunden und mich natürlich unverschämter Weise bedient.

Dem Fotografen sei, unbekannterweise, mein herzlichster Dank ausgesprochen.

 

Herge-a25959003.jpg

 

 

Veröffentlicht in Ausstellungen u.ä.

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