Baru Elende Helden - Eine kurze Rezension

Veröffentlicht auf von journal-de-tournesol.over-blog.de

Bild: Baru/Pierre Pelot 

Baru/Pierre Pelot
Elende Helden


Pierre Pelot ist erfolgreicher französischer Romanautor und notorischer Vielschreiber. Will man dem Klappentext glauben (und wieso sollte ein Klappentext lügen) besucht er Mitte der Achtzigerjahre seine frisch entbundene Frau in der Klinik. Zu dem Klinikkomplex gehören noch ein Altenheim, eine Irrenanstalt und ein Waisenhaus (so dass man praktisch sein ganzes Leben in dem Gebäudekomplex verbringen kann). Pelot hört aus einem Kellerfenster unter dem Waisenhaus die Rufe eines eingesperrten Kindes, das hoch und heilig verspricht, „…so etwas nie wieder zu tun“. Angeblich (aber wie gesagt, warum sollte ein Klappentext lügen) ging Pelot anschließend sofort nach Hause und schrieb “Elende Helden“.

Der französische Comiczeichner Baru hat die Geschichte nun als Comic adaptiert. In diesem verschwindet - während eines unerlaubten Aufenthaltes im Freien - ein behinderter Junge aus solch einem Waisenhaus. Die Stadt ist in heller Aufregung. Suchmannschaften werden gebildet und ein etwas unterbelichtetes Schlitzohr versucht, sich die Lage zu Nutzen zu machen - ohne zu ahnen, dass alles bereits viel schlimmer ist. “Elende Helden“ ist ein kleines mitreißendes, tragisches Meisterwerk, das einen der besten europäischsten Comiczeichner auf den Höhepunkt seiner Kunst zeigt (wo er hoffentlich noch eine Weile verweilt).

Findet man auf:   http://sallys.net/Leben/Detail/129661/BaruPierre-Pelot,Elende-Helden/

Veröffentlicht in Rezensionen u.ä.

Kommentiere diesen Post