Ausschnitt aus " The Title - Das kulturelle Überformat"

Veröffentlicht auf von journal-de-tournesol.over-blog.de

Kleiner Ausritt in die Gefilde des Western-Comics

Der 1970 geborene französische Comicschöpfer Christophe Blain gehört zu den hochkreativen Exponenten seiner Generation. Neben Werken wie der Serie «Isaak der Pirat» reanimiert Blain seit 2007 mit «GUS» auf höchst amüsante und parodistische Art und Weise den Western-Comic.

Der Western ist ein merkwürdiges Genre. Obsolet und, was die realen Vorlagen anbelangt, heute eigentlich inexistent, versuchen trotzdem immer wieder Kulturschaffende unterschiedlicher Couleur die Gattung zu reanimieren. Cowboys gibt es natürlich nach wie vor, sowohl in den USA als auch in Lateinamerika, die Viehherden in den weiten Ebenen müssen aber nicht mehr mit dem locker sitzenden Colt gegen Delinquenten verteidigt werden. Western-Filme schildern denn heute in den USA auch vorwiegend «innere» Dramen, wie sie Filmregisseur Ang Lee exemplarisch in «Brokeback Mountain» vorführt, wo es um eine homosexuelle Beziehung zwischen Cowboys geht. Regisseur John Schlesinger hatte in «Midnight Cowboy» bereits 1969 die Thematik ironisiert, indem er Jon Voight als naiven Joe Buck aus Texas im Revolverhelden-Outfit versuchen lässt, die (Damen-)Welt New Yorks zu erobern.

 

Hier zum Original:   http://www.the-title.com/ausgabe-032008/comic.html

Veröffentlicht in Rezensionen u.ä.

Kommentiere diesen Post