Aus Wormser Landen frisch auf den (Frühstücks-)Tisch

Veröffentlicht auf von Bembelo

Comics sind eine Wissenschaft“

06.09.2010 - MANNHEIM

Von Tommy Dietrich

TAUSCHTAG Über 50 Jahre alte Hefte im Angebot in Mannheim / Von Western bis ins Moderne


Wer kennt sie nicht mehr? Die europäischen Vertreter waren Tim und Struppi, Spirou und Fantasio oder Asterix. In den Vereinigten Staaten lieferten sich die Marvel-Helden Spider-Man, Iron-Man oder Wolverine mit den Größen des DC-Verlags Batman und Superman einen fortdauernden Wettstreit beim Kampf für Gerechtigkeit. In Asien sind sie als Mangas bekannt. Generations- und altersübergreifend haben Comics die Menschen auf allen Teilen der Erde in ihren Bann gezogen.

In Sandhofen fand nun in der Jakobus-Pfarrei der traditionelle Mannheimer Comic-Tauschtag statt. Die meisten Anbieter sind aus dem Rhein-Neckar-Kreis angereist, andere kommen aus Darmstadt oder Frankfurt. Sie alle haben Unmengen von Comic-Heften angesammelt, die sie heute anbieten. Unter ihnen ist auch der Lampertheimer Hans-Peter Frickinger. Er ist Mitorganisator des Comic-Tauschtages, der im wörtlichen Sinne eigentlich gar keiner mehr ist, wie er erklärt. Vor 30 Jahren trafen sich erstmals die Hobbysammler aus der näheren Gegend im Comic-Club Rhein-Neckar in Ludwigshafen. Anfänglich wurden hier nur Comics getauscht, bis die Idee reifte, sich regelmäßig an einem zentralen Ort mit mehreren Anbietern zu treffen. Von da an wurden die Hefte ge- und verkauft. Zu schwierig war es, einen einheitlichen Wechselkurs zwischen Superman- und Micky-Maus-Comics zu finden.

„Das hat vor 35 Jahren angefangen“, erzählt Frickinger über sein Hobby. US-Comics hatten es ihm angetan. „Die Geschichten haben mir gefallen und waren für 50 Pfennig von dem Taschengeld erschwinglich.“ Damals versah der Lampertheimer seine ersten Hefte mit dem eigenen Namen und ging damit wenig sorgsam um. Eine Todsünde, wie derSammler heute weiß. Später kaufte der bekennende Marvel-Fan 150 bis 180 Comics im Monat, bis er diese nicht mehr lesen konnte, da es die Zeit nicht zuließ.

Vor sechs Jahren verabschiedete sich Frickinger von seiner Sammelleidenschaft und löst heute seine Restbestände auf. Darunter sind einige einzigartige Exemplare, wie „The War Wagon“ aus dem Jahr 1960, ein Comic eines John-Wayne-Westerns. Mittlerweile sieht sich der 53-Jährige lieber die Verfilmungen seiner Kindheitshelden im Fernsehen an.

Norbert Breling gehört zu den absoluten Experten auf der Tauschbörse. 1980 kam er von Westberlin in die Eifel und eröffnete ein Comic-Versandgeschäft. „Comics sind eine Wissenschaft“, so der Fachmann, der 26 Jahre im Komitee für die Preisbesprechung von Sammlerstücken mitwirkte. Die Preise richten sich nach dem aktuellen Zustand, der Häufigkeit und Nachfrage und werden dementsprechend im Katalog bewertet. Danach richten die Verkäufer ihre Preise aus. Die Micky-Maus-Hefte des Jahrgangs 1959 kosten da schon einmal 2000 Euro. Die wertvollste Ausgabe in Brelings Sortiment ist aber eine Asterix-Erstauflage ohne Preisaufdruck. Diese ist für stolze 180 Euro zu erwerben. Ein Knick oder ein Riss senken den Wert eines Heftes sofort um zehn bis 20 Euro.

 

geklaut bei der Wormser Zeitung  

Veröffentlicht in Sammelsurium vom Allerfeinsten

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