Auf Geolino.de Tardi/Malet Rezension

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Gefunden auf Geolino.de Text von Lena Ullrich

Bücher: "Wie steht mir der Tod?" von Jaques Tardi und Léo Malet

Privatdetektiv mit Hut und Pfeife: Léo Maltets Romanfigur Nestor Burma war in den 50er Jahren sehr beliebt. Über Jaques Tardis Comics findet die Krimiserie auch heute noch viele begeisterte Leser.



 

In Nestor Burmas Kanzlei lärmt das Telefon. "Wie ein kleiner Hosenscheisser, der sein Fläschchen nicht gekriegt hat", denkt der gestandene Junggeselle und nimmt den Hörer ab.
Doch der Journalist am anderen Ende der Leitung scheint ebenso wenig geneigt Nestors Nerven zu schonen: "Schlafen Sie, mein armer Nestor, oder was? Sie haben doch Zeitung gelesen, nicht? »Mord in der Passage de l’Industrie«, sagt Ihnen das nichts?"

 

Die Schlagzeilen sagen dem Pariser Privatdetektiv mehr als er vor dem Journalisten Preis geben möchte. Denn Nestor und seine junge Assistentin Hélène stecken bereits mitten drin in ihren Ermittlungen.

Eine kühl kalkulierende Managerin hatte sie auf den Schnulzensänger Gil Andrea angesetzt, der bei ihr unter Vertrag steht. Weil der Star der Pariser Bühnen neuerdings einen Auftritt nach dem anderen verpatzt macht sie sich Sorgen um das Geschäft.
"Immer noch besser als Ehebruch", hatte Nestor gedacht und den Fall ohne zu zögern angenommen.

Doch ihre Nachforschungen im privaten Umfeld des Schnulzensängers bringen Nestor und Hélène alsbald in arge Bedrängnis: Sind es doch plötzlich sie, denen ein Schatten an den Fersen haftet - noch dazu mit einem sehr locker sitzenden Schlagstock.



Was hat Gil Andrea zu verbergen? Und welche Verbindung besteht zwischen dem Sänger und dem erschossenen Zuhälter in der Passage de l’Industrie? Wenigstens soweit ist Nestor sich sicher: Alle Fäden laufen in Gil Andreas zwielichtigem Fanclub zusammen...

 

Fazit

Über das holprige Kopfsteinpflaster der schmalen Gassen und breiten Boulevards folgt ihr Privatdetektiv Nestor Burma auf seinen Streifzügen durch das Zehnte Arrondissement von Paris.
Dabei entwirft Jaques Tardi in seinem unverwechselbaren Zeichenstil ein nostalgisches Bild der 50er Jahre: Gusseiserne Geländer, kugelförmige Limousinen, Passanten mit Hüten und langen Mänteln - und dazwischen ein kauziger Detektiv mit der obligatorischen Pfeife.

Authentisch bis ins letzte Detail: Die Romanvorlage "Wie steht mir der Tod" hat der französische Schriftsteller Léo Malet im Jahr 1956 veröffentlicht. Übrigens Nestor Burmas Vierzehnter von insgesamt 29 Fällen! Vergangenes Jahr wäre sein Schöpfer 100 Jahre alt geworden – zum Glück halten Jaques Tardis Comics seine spannenden Geschichten auch für die heutige Generation von Krimifans lebendig!

Jaques Tardi, Léo Malet: "Wie steht mir der Tod?", Edition Moderne, ab 14 Jahren 19,80 €

 

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